International Officiating Initiative (AUT/NED/GER)

Hannah Voet & Lukas Päßler, 30. Aug, 2025

Anfang August fand die diesjährige International Officiating Initiative zwischen Österreich, den Niederlanden und Deutschland im Rahmen des ITF-W75-Turniers in Amstetten statt. Insgesamt konnten sieben junge Schiedsrichter aus den drei Ländern unter der Leitung von Eva Rungaldier (ITF Bronze-Badge Chair aus Österreich) internationale Erfahrung sammeln und dabei sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Tipps durch gezieltes Coaching mitnehmen.

Nachdem alle Teilnehmer im Laufe des Freitags angereist waren, startete der Samstag mit einem gemeinsamen Frühstück und einem ersten Kennenlernen. Anschließend verbrachten wir den Großteil des Tages im Seminarraum mit Eva. Am Vormittag wiederholten wir einige grundlegende Teile der ITF-Tennisregeln sowie der Duties and Procedures. Die vermeintlich trockene Theorie lockerte Eva immer wieder durch Beispiele und witzige Erfahrungen aus eigenen Matches auf. Am Nachmittag beschäftigten wir uns mit den Besonderheiten eines W75-Turniers und analysierten gemeinsam diverse Videobeispiele mit den Schwerpunkten Code of Conduct sowie Duties and Procedures.  

Der Tag klang bei einem gemeinsamen Abendessen in Amstetten aus. Spätestens hier lernten wir uns auch abseits der Tennisthemen kennen und trafen zudem Werner Hötzinger und Andreas Fournier, unseren Supervisor und Chief für die Woche.

Am Sonntag startete dann das Turnier, und wir durften die ersten Matches leiten. Auch wenn wir beide bereits etwas Erfahrung mit Ballkindern und Linienrichterinnen hatten, war es dennoch eine spannende Herausforderung, der man auf den meisten Futures sonst so nicht begegnet. Ein weiteres Highlight für uns war es, Matches auf dem großen Centercourt zu leiten, dessen Ränge sich im Verlauf des Turniers immer wieder komplett füllten und am Ende sogar ausverkauft waren.

Nach jedem Match gab es für uns die Möglichkeit, dieses mit dem persönlichen Evaluator zu besprechen. Besonders schön war, dass unsere Coaches fast jeden Punkt unserer Matches beobachtet hatten und somit Feedback in einem Umfang geben konnten, wie es bei einem regulären ITF-Einsatz zeitlich kaum möglich wäre. Darüber hinaus fragte Eva uns jeden Abend nach besonderen Situationen aus unseren Matches, die wir anschließend konstruktiv und unterstützend in der gesamten Gruppe diskutierten.

Während es sowohl am Sonntag als auch am Montag zu Regenunterbrechungen kam, die wir nutzten, um uns auszutauschen oder gemeinsam Karten zu spielen, folgte am Dienstag schließlich der letzte und zugleich anstrengendste Seminartag. Aufgrund des Wetters hatte das Hauptfeld am Montag noch nicht eröffnet werden können, was zu einem vollgepackten Spielplan führte. Neben der Arbeit auf dem Schiedsrichterstuhl unterstützten wir während unserer Pausen das Linienrichterteam und erhielten so spannende Einblicke aus einer anderen Perspektive. Trotz des mitunter stressigen Tages sammelten wir viele weitere wertvolle Erfahrungen in einer lockeren Atmosphäre. Am Dienstagabend kamen wir noch einmal kurz zusammen, um das Erlebte Revue passieren zu lassen, bevor Eva das Seminar offiziell beendete und wir die ersten Teilnehmer verabschieden mussten.

Wir beide blieben noch ein bzw. zwei weitere Tage beim Turnier, an denen wir neben unserer Arbeit als Linienrichter mit weiteren Matches auf dem Stuhl betraut wurden. Auch nach dem offiziellen Ende des Seminars wurden wir hier weiter von unseren Coaches betreut und konnten so weitere wertvolle Tipps und Erfahrungen gewinnen. Die Stimmung während des gesamten Seminars wie auch im weiteren Turnierverlauf war von einer offenen und freundschaftlichen Teamatmosphäre geprägt – fast so, als würden wir uns schon seit Jahren kennen. Es war für uns beide eine Ehre, Teil eines nicht nur hoch professionell und gut organisierten Turniers zu sein, sondern auch mit einem Team zusammenzuarbeiten, dass uns von Anfang an herzlich aufgenommen hat und jederzeit hilfsbereit zur Seite stand– und da sprechen wir nicht nur von den Schiedsrichterkollegen, sondern von dem ganzen Turnierteam.

Besonders bedanken möchten wir uns bei:
Eva Rungaldier für die hervorragende Seminarleitung, sowohl inhaltlich als auch menschlich.
Supervisor Werner Hötzinger für die tolle Einbindung ins Turnierteam und das Vertrauen bei der Leitung unserer Matches.
Chief Andres Fournier für die gute Organisation an den Turniertagen und die Unterstützung bei der Arbeit als Linienrichter.
Sabine Pilz und Martine Stauder als unsere persönlichen Coaches für das tolle Feedback.
Dem ÖTV als Gastgeber dieses tollen Seminars.
Und natürlich der DTSV für diese tolle Möglichkeit.

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